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Lexy & K-Paul


Musik

Album „Attacke“ (VÖ: 12.04.2013)
Single „Your Name“ (VÖ: 12.04.2013)

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Attacke? Ja wie denn, wo denn, was denn?!

Man weiß ja in etwa, was passieren könnte, wenn die Rede von ‚Attacke‘ ist. Trotzdem, vorsichtshalber erst mal nachsehen, was Wikipedia dazu meint. Also: „Eine Attacke bezeichnet allgemein den Versuch, den eigenen Einflussbereich aktiv auszudehnen oder die eigene Lebensform proaktiv zu verteidigen.“

Aha! Das führen sie also im Schilde, unsere beiden Helden aus Berlin!

Er wird also aktiv ausgedehnt, der eigene Einflussbereich, und wie sich das gehört, hat man dazu erst mal ein famoses neues Album mit passendem Titel im Anschlag, und damit geht man dann natürlich auch auf Tour, um die eigene Lebensform proaktiv zu verteidigen. Macht Sinn, weil wo Lexy und K-Paul spielen, kann ja erst mal niemand anderer mehr sein. Dazu wächst in den Clubs und auf den Festivals, die die beiden beackern, sowieso erst mal kein Gras mehr. Mission accomplished, es handelt sich hier also um eine Attacke reinsten Wassers.

Aber die lässt man sich doch gerne gefallen, wenn sie mit so viel Verve, Eleganz, Freude, Cleverness und Herzblut vorgetragen wird – denn all das bietet die neue Platte „Attacke“.

Schon beim Vorgänger „Psycho“ haben Lexy & K-Paul bewiesen, wie leichtfüßig ihnen der Spagat zwischen clubbigen Hammerbuden, smartem Electro-Pop und hochanspruchsvoller 4/4-Elektronik gelingt, mit dem neuen Album veredeln sie diese Rezeptur nachhaltig. Etliche Stücke werden also wunderbar im Club funktionieren, andere werden garantiert bei fortschrittlichen Radiostationen laufen, und auch, wenn man das Album zuhause am Stück hört, ist es rundum schlüssig. Man merkt in jeder Sekunde, was für kreative Köpfchen und hervorragende Musikanten die beiden sind, und mit welch schlafwandlerischer Sicherheit sie sich im scheinbar grenzenlosen Kosmos elektronischer Unterhaltungsmusik bewegen. Aber kein Wunder, denn der Club ist längst ihr zweites Zuhause! All das, was sie da erleben, fließt dann mit ein in so ein neues Album, und genau deswegen erzählt einem „Attacke“ auch so viel.

Los geht es mit ‚Grizzly On Dope‘. Der Track schleicht sich zunächst ganz vorsichtig an, aber dann kommen plötzlich die Kick-Drum und die Bassline um die Ecke, spätestens danach hat man dann keine Fragen mehr. Es folgt das Titelstück mit einem Groove, der einen Punch hat wie Mike Tyson, und das gepitchte ‚Attacke‘-Vocal-Snippet klingt, als käme es von einem kleinen Männlein, das weiß, dass es gleich von Tyson eins auf die Nuss bekommt. Herrlich.

Der erste Gast am Mikro ist dann bei ‚Your Name‘ Chefket. Der Berliner Rap- und Freestyle-Großmeister beweist hier, dass er auch eine samtweich-soulige Stimme im Repertoire hat. Ist eine Hymne, keine Frage. In die gleiche Kerbe schlägt Yasha bei ‚Killing Me‘. Der Mann, der im Herbst 2012 zusammen mit Marteria und Miss Platnum den Nummer-1-Hit ‚Lila Wolken‘ fabrizierte, veredelt mit seiner außergewöhnlichen Stimme einen federnden Groove, heraus kommt ein gar wundervoller Song. Weiter geht es mit Ono. Der gute Freund des Hauses gab sich ja auch schon bei den Vorgängern „Psycho“ und „Abrakadabra“ die Ehre, die luftige Piano-Streicher-Nummer ‚Curiousity‘ ist genau sein Ding. Es folgt eine junge Dame, die ebenfalls längst als Freundin des Hauses gelten darf, nämlich die bezaubernde Anna Rikje Rosenthal. Sie schenkt ‚Raise‘ nicht nur ihre hinreißende Stimme, sondern auch die wunderbare Textzeile „I go running after boys, in the clubs and all the scary places“. Da weißte bescheid.

Marteria fand weiter oben schon Erwähnung, der darf dann wie schon bei „Psycho“ natürlich auch dieses Mal nicht fehlen. Seine düstere und gleichzeitig augenzwinkernde Imperialismus-Kritik ‚U.S.A.‘ zeigt einmal mehr, was der Kollege für ein außergewöhnlicher Wortakrobat ist.

Den Reigen der Gast-Vokalisten beschließt Spoony Talker, nicht zuletzt, weil wie schon bei „Psycho“ mit Jake The Rapper auch bei „Attacke“ kein Kumpel aus dem Bar25/KaterHolzig-Umfeld fehlen darf. ‚Babe‘ ist eine rohe, minimalistische Underground-Nummer, die ein weiterer Beleg dafür ist, dass Lexy & K-Paul wenig davon halten, sich irgendwelche Leute des Namens wegen für ein Album einzukaufen. Gut müssen sie sein und mögen muss man sie.

Und so ist das hier einmal mehr ein hochspannendes, druckvolles, aufrichtiges, lässiges Album geworden. Folgerichtig müsste bei Wikipedia unter dem Begriff „Attacke“ fortan auch einfach nur ‚Lexy & K-Paul‘ stehen. Damit wäre dann alles gesagt.

Markus Kavka, Berlin im Februar 2013

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